FAssiS - Fachstelle Assistenz Schweiz
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Assistenzmodelle im In- und Ausland

Im Vergleich zum Ausland ist die Schweiz keineswegs an vorderster Front.

Es gibt verschiedene Länder, die ein selbstbestimmtes Leben mit Hilfe persönlicher Assistenz und individuellen Assistenzbudgets ermöglichen. Insbesondere verweisen wir auf Schweden, die Niederlande und Grossbritannien.

Persönliche Assistenz anstelle von Versorgung in einer Institution setzt sich weltweit durch. Auch und gerade in armen Ländern setzt man heute auf die dezentrale Assistenz, weil so lokale Ressourcen effizienter genutzt werden können. Verschiedene europäische Länder (Niederlande, Dänemark, Schweden, Italien) sowie USA und Kanada kommen ganz von den Institutionen ab bzw. setzen ganz auf das Modell der Persönlichen Assistenz. In Grossbritannien werden eigens geschulte Case Manager eingesetzt, um HeimbewohnerInnen aus den Institutionen herauszuholen. Dies nachdem sozial-ökonomische Studien aufgezeigt haben, dass das Modell der persönlichen Assistenz die Lebensqualität Betroffener deutlich steigert und in seinen Vollkosten rund ein Drittel günstiger als das herkömmliche Betreuungssystem ist. In anderen Ländern (Deutschland, Österreich, Frankreich) ist der Umbau auf verschiedenen Stufen in Arbeit. Unseres Wissens nach kennt man dort im Gegensatz zum hiesigen Sozialsystem keine Unterscheidung zwischen jungen Behinderten und solchen, die das 65. Lebensjahr bereits überschritten haben.

Die Finanzierung der Modelle ist so unterschiedlich wie die Herkunftsländer. In Schweden wurde auf die Subjektfinanzierung umgestellt, nachdem jahrelange Erfahrungen mit dem Modell STIL gesammelt wurden: die Betroffenen schlossen sich zu Assistenzgenossenschaften zusammen und erhielten das (individuell ermittelte) Assistenzgeld im Kollektiv. Dieses stellte die (individuell ausgesuchten) AssistentInnen an. Betroffene besorgten die Verwaltung für alle, Stundenguthaben können z.B. für Ferien aufgespart werden. Ähnliche, wenn auch nicht deckungsgleiche Modelle gibt es in den anderen skandinavischen Ländern. In den Niederlanden wurde vor ein paar Jahren das Persönliche Budget eingeführt und löste Anfang 2000 die gesamte Heimfinanzierung ab, in Deutschland und Österreich ermöglicht die Pflegeversicherung bzw. das Pflegegeld ein gewisses Mass an autonomer Persönlicher Assistenz. Mit einer entsprechenden Berechnung der Sozialhilfe und dem Einsatz von Zivildienstleistungen wird den Behinderten grundsätzlich das Recht zuerkannt, im privaten Wohnumfeld bleiben zu können. Neu gibt es die Anerkennung einer Arbeitsassistenz. In Deutschland verbessert das trägerübergreifende Persönliche Budget die Koordination unter den Sozialzweigen. Durch die Aufhebung der Koppelung an öffentliche Pflegedienste oder an Stundengutscheine wird der volkswirtschaftlich wichtige Beitrag an die Kosteneingrenzung durch die Betroffenen selbst gestärkt.

Die Erfahrungen sind - global gesehen - durchwegs positiv. Je nach Modell sind natürlich auch unterschiedliche Probleme festzustellen. Insgesamt müssen die Betroffenen viel lernen: verantwortungsvolleR ArbeitgeberIn zu sein ist einem nicht in die Wiege gelegt. Arbeitsplätze für Betroffene aller Behinderungsarten entstehen: Beratung, Ausbildung zur und Verwaltung der Persönlichen Assistenz erfordert das spezifische Know-how, welches gerade Betroffene einbringen können.

Direktzahlung in anderen Ländern (Stand 2009)